Die Würde des Alters...

Während der Welpe tollpatschig unsere Zuneigung erringt und der ausgewachsene Hund mutig
und anhänglich unser Stolz ist, so rührt der grau gewordene Kämpe unser Herz.
Sein ganzes Sinnen und Trachten ist ausschließlich auf seinen Herrn und sein Frauchen gerichtet.
Dunkel blicken die Augen aus der ergrauten Maske, die Bewegungen werden langsamer,
 aber immer noch ist er stets gern bereit, uns zu begleiten,
auch wenn wir unsere Schritte dem alten Kameraden mehr und mehr angleichen müssen.
 Er ist zufrieden, wenn er die Nähe des Menschen spürt,
und man sollte ihn nicht mehr zuviel mit neuen Eindrücken belasten.
Vielleicht verzichten wir sogar auf eine Urlaubsreise, damit er in seiner gewohnten Umgebung bleiben kann.
Und wer seinen Boxer als Freund betrachtet, der so viele Jahre um ihn herum war,
dem wird das nicht schwer fallen.
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Mit zunehmendem Alter muss man auch den Inhalt seiner Futterschüssel reduzieren,
um ihn möglichst lange um sich zu haben. Es sind mehr die Krankheiten als eine Altersschwäche,
die zum Tod führen, und der mögliche Fettansatz kann dazu wesentlich beitragen.
Ihn also durch übermäßiges und unregelmäßiges Futter zu verwöhnen,
ist nicht die richtige Art, ihm unsere Liebe zu beweisen.
Starker Durst könnte ein Signal für den Beginn einer Nierenerkrankung sein.

Der Senior sollte öfter dem Tierarzt vorgeführt werden,
der ihn auf evtl. Tumorbildungen abtastet, Urin auf Nierenprobleme untersucht
und evtl. eine entsprechende Diät verordnet. Besondere Aufmerksamkeit sollte man dem Gebiss widmen,
Zahnstein entfernen, ggf. Zahnfleischentzündungen sofort behandeln und schlechte Zähne ziehen lassen.
Die kleinen Extramühen wird er Ihnen mit viel Liebe danken!

Unser Boxer wird viel ruhen, nicht schlafen, wie viele meinen, und das ein oder
andere der Sinnesorgane lässt merklich nach. So sehr es schmerzt,
unsere Hunde leben bei weitem nicht so lange wie wir selbst Boxer werden im Durchschnitt
etwa zwölf Jahre alt Es ist die große Hoffnung jedes Hundebesitzers,
dass sein Gefährte wenn die Zeit gekommen ist im Schlaf friedlich von dannen geht.
Dies befreit jeden Hundebesitzer von der schrecklichen Last, eine herzzerreißende Entscheidung zu treffen.

tl_files/downloads/Bilder/Alex-vdhoe.jpgSollte Ihr Boxer aber sehr alt und krank sein, muss die wichtigste Erwägung seine Lebensqualität sein.
Zu viele Hundebesitzer schieben diese Entscheidung vor sich her,
nicht um des Hundes willen, sonder um ihre eigenen Gefühle zu schonen -
und dies ist falsch! Wahrscheinlich hat Ihr Boxer ein fröhliches und aktives Leben geführt
Wird er jetzt inkontinent oder durch Arthritis verkrüppelt, verliert er seinen Stolz, seine Unabhängigkeit.
Tritt dies ein, müssen Sie lange und hart nach- denken, ob es nicht wirklich das Beste für ihn ist,
ihn aus dem Leben zu nehmen, das für ihn nur noch Elend bedeutet.
Mit Sicherheit hat Ihnen Ihr Boxer über sein ganzes Leben hundert Prozent Loyalität entgegengebracht Sie schulden ihm das Gleiche!
So sehr es Sie schmerzen mag, es kann der Zeitpunkt kommen,
wenn es das Beste für Ihren Boxer ist, dass Sie ihm ermöglichst, diese Welt in Würde zu verlassen.

Ist die Zeit zum Abschiednehmen gekommen, machen Sie es Ihrem Hund nicht unnötig schwer.
Gönnen Sie ihm den letzten Liebesdienst, ihn vor unnötigen Schmerzen zu bewahren.
Auch er möchte sein Leben in Würde beenden. Selbstmitleid ist reine Tierquälerei.

Ihr Boxer hat das nicht verdient!

Treten Sie mit Ihrem Hund den letzten Gang zum Tierarzt an,
und schieben Sie diese traurige Pflicht nicht auf andere ab,
die eine weniger innige Beziehung zu Ihrem Hund haben. Sie hatten das Glück,
den Welpen in Ihren Armen zu halten gönnen Sie Ihrem Hund, in Ihren Armen zu sterben!

Sein Abschied wird in Ihrem Leben eine große Lücke hinterlassen, möglicherweise empfinden Sie,
dass Sie Ihr Herz nie einem anderen Boxer zu schenken vermögen Aber die Zeit heilt Wunden,
nach und nach erinnern Sie sich all der guten Zeiten, die sie gemeinsam verbracht haben,
all der Freude, die er Ihnen schenkte, vielleicht auch der Begeisterung,
als Sie erstmals das Gesicht dieses kleinen fröhlichen Welpen sahen, und das - könnte ein neuer Anfang werden!
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Das Tierkörperbeseitigungsgesetz verbietet das Begraben des Hun­des auf öffentlichem Gelände;
unter Beachtung bestimmter Voraussetzungen das Grab darf sich nicht in einem Wasserschutzgebiet
und nicht in unmittelbarer Nähe öffentlicher Wege und Plätze befinden und muss mindestens 50 cm tief sein
kann der Hund aber auf einem privaten Grundstück seine letzte Ruhe finden.
 Es gibt in einzelnen Orten in der Bundesrepublik auch Hundefriedhöfe,
und in der Welt bekannt ist der Tierfriedhof in Paris.
Auch private Krematorien sind verschiedentlich eingerichtet. Ansonsten wird Ihnen auch ein Tierarzt behilflich sein,
oder Sie können Ihre Gemeindeverwaltung um Rat bitten.

Ein Teil des Textes wurde, mit freundlicher Genehmigung des,
Parey Buchverlag im Blackwell Wissenschafts- Verlag GmbH, Berlin,.
www.parey.de aus dem Buch "Der Boxer", übernommen.