Welpeninformation des Internationalen Boxer-Club e.V. 
 
 
Lieber Boxerfreund,

Sie haben sich für ein neues Familienmitglied entschieden und übernehmen die Verantwortung für ein Lebewesen! Damit aus Ihrem Boxerwelpen ein gesunder, fröhlicher, gut erzogener Familienhund wird, möchte ich Ihnen einige Empfehlungen und Anregungen geben.
Ihre Fr. Margarete Goerke

Das Kennenlernen der Umwelt

Wenn der Boxerwelpe zu Ihnen in die Familie kommt, ist er noch klein und besonders niedlich und er erweckt in Ihnen den Beschützerinstinkt. Ihn natürlich vor allem und jedem abschirmen zu wollen, ist ein großer Fehler. Wenn Sie Glück haben, kommt Ihr Boxerwelpe aus einem lebhaften Züchterhaushalt und kennt Kleinkinder, Besuch, Lärm, Autofahren, große Hunde, eben das tägliche Leben. Wenn er im Zwinger oder einem sehr ruhigen Haushalt aufgezogen wurde, dann ist es ganz wichtig, jetzt das Richtige zu tun.
Gehen Sie mit ihm an Orte, an denen sich immer viele Menschen aufhalten. Bleiben Sie ruhig, wenn Kinder sich ihm stürmisch nähern. Lassen Sie ihren Welpen auch ruhig mal von Fremden anfassen, sind Sie nicht irritiert, wenn Ihr Welpe aufgrund seines Alters freudig reagiert, denn Sie möchten doch sicher später einen freundlichen Boxer haben. Um Ihrem Welpen auch das gemischte Publikum näher zu bringen, sollten Sie mit ihm öffentliche Verkehrsmittel, wie Bahn und Bus benutzen.

Die Unterbringung

Der Hund ist ein Rudeltier, er braucht unbedingt geselligen Anschluss, dies stärkt sein Selbstbewusstsein. In der ersten Zeit sollten Sie den Welpen so wenig wie möglich alleine lassen. Er soll im Haus leben und vollen Familienanschluss haben. Will man einen Familienhund haben, kann man es sich nicht leisten, das kleine Kerlchen allein in einen Zwinger zu sperren, denn unter Zwinger-Bedingungen kann der kleine Boxer die von uns gewünschten Verhaltensweisen nicht entwickeln. Für Leistungssportler, denen es in der Hauptsache darauf ankommt, auf Übungsplätzen die möglichen Ausbildungsstufen zu üben, mag eine Zwingerhaltung vertretbar sein.

Stubenreinheit

Das wichtigste Kapitel bei der Welpenerziehung ist die Stubenreinheit. Nach etwa 2 - 3 Wochen im neuen Zuhause sollte die Stubenreinheit erreicht sein. Es liegt an der neuen Menschenfamilie, dies mit Konsequenz zu erreichen; es verlangt von Ihnen viel Disziplin. Das setzt voraus, dass die Fütterungszeiten grundsätzlich festgelegt sind. Danach richtet sich das Gassi gehen. Das Boxerbaby sollte alle zwei Stunden ins Freie gebracht werden (z.B. Garten der Ausgang sollte immer derselbe sein). Ist kein Garten vorhanden, bringen Sie den kleinen Kerl immer an die gleiche Stelle. Grundregel: Das Boxerkind muss, wenn es aus dem Schlaf erwacht und wenn es gefressen hat, zum Lösen ins Freie gebracht werden. Hundebabys müssen ganz oft. Die Abstände vergrößern sich erst, wenn sie älter sind. Nach der Verdauungszeit sollte das Boxerbaby zur Erledigung des großen Geschäfts auch wieder an die gleiche Stelle gebracht werden. Ins Haus gehen Sie erst zurück, wenn das Boxerkind seine Geschäfte erfolgreich erledigt hat. Ganz wichtig ist, dass der kleine Kerl nach erfolgreicher Tat gebührend gelobt wird, aber nicht mit Leckereien. Sollte in der Wohnung ein Malheurchen passieren, wird der Kleine mit einem energischen "Pfui" getadelt. Er wird sofort nach draußen gebracht (wie gesagt immer an die gleiche Stelle). Wird das Geschäft erfolgreich fortgesetzt, wird er gelobt. Sie werden merken, der kleine Kerl begreift schnell. Am Morgen so früh wie möglich und am Abend so spät wie möglich raus bringen. Die Zeiten sollten möglichst eingehalten werden.

Wenn der kleine Boxer schlafen möchte

Nachdem Sie die ersten Stunden mit Ihrem kleinen Boxer genossen haben und Sie mit dem kleinen Kerl den ganzen Nachmittag gespielt und getobt haben, werden Sie am Abend vor einem Problem stehen. Nämlich, wo soll der kleine Boxer die erste Nacht verbringen. Er wird mit Ihnen nicht einer Meinung sein, wenn er mit dem neuen Körbchen, einer Wolldecke oder Matratze in die Küche oder den Flur einquartiert werden soll. Selbst wenn es so aussieht, als würde er den Platz, an dem er sein Nachmittagsschläfchen gehalten hat, akzeptieren, wird er nach kurzer Zeit wieder aufwachen und sich langweilen. Er fängt an zu heulen. Er wird seine Mutter und Geschwister vermissen, er kommt sich verlassen vor und wird herzerweichend heulen. Dies wird Ihnen die Nachtruhe rauben. Ich habe meine kleinen Boxer in der ersten Zeit mit ihrem Körbchen oder der Box an mein Bett gestellt. So habe ich allen eine ruhige Nacht beschert, denn Boxer müssen nicht in die Verbannung oder Einsamkeit, um sie später erfolgreich zu erziehen. Alleine bleiben Bevor Sie den Boxerwelpen alleine lassen, sollte er sich in seiner neuen Umgebung sicher fühlen, der kleine Kerl muss es lernen, dass seine Menschenfamilie bald wieder kommt, sonst wird es als erwachsener Boxer nicht ohne Gejammer funktionieren. Wir beginnen mit kleinen Schritten von ca. 5-10 Minuten. Wir bringen den kleinen Kerl zu seinem Körbchen mit dem Hörzeichen "Platz" und setzen dann Hörzeichen "Bleib" hinzu. Sollte das Boxerkind nachlaufen, bringen Sie es zurück und der Vorgang wird wiederholt, die Hörzeichen werden ebenso wiederholt. Wir entfernen uns langsam, sollte der kleine Kerl wieder folgen wollen, schieben wir ihn sanft mit der Hand zurück. Wie schon erwähnt, sollte die Trennung nur 5-10 Minuten dauern. Sie sollten aber in der Nähe sein um bei ständigem "Bellen und Jaulen" sofort eingreifen zu können. Sie sollten die Hörzeichen "Pfui" oder "Aus" hart anbringen. Sie können auch die Schnauze zuhalten. Ich lasse meinen Boxerkindern immer das Radio an. Sie mögen es, wenn sie Stimmen aus dem Radio hören. Diese kleine Hilfe erleichtert meinen Lieblingen das alleine sein. Die Zeiten können später verlängert werden. Boxer im Auto Als Sie ihren Boxerwelpen vom Züchter abgeholt haben, hat er sicher schon die erste Autofahrt erfolgreich hinter sich gebracht. Meistens wird er von 2 Mitgliedern der neuen Familie abgeholt, da klappt es fast immer gut, weil die 2. Person den kleinen Kerl streichelt und beruhigt. Meine Boxer fahren gerne Auto und nutzen jede Gelegenheit, eine Spazierfahrt zu machen. Bevor ich das erste Mal mit meinem Boxerwelpen alleine im Auto fahre, gewöhne ich ihn an das Auto, indem ich ihn eine Weile alleine im Auto lasse, allerdings kommen sie bei mir in einen "Kennel". Sollten Sie diese Möglichkeit nicht haben, weisen Sie Ihrem Boxerwelpen einen Platz auf der Rückbank zu. Sie sollten natürlich rasantes Fahren vermeiden, sonst wird der Welpe unsicher. Wenn der Boxer alleine im Auto bleibt, ist das Fenster einen Spalt zu öffnen, er braucht frische Luft. Im Sommer bei Höchsttemperaturen sollte kein Boxer alleine im Auto verweilen; zu schnell liegen die Temperaturen bei 30ºC und mehr, es würde schreckliche Folgen haben. Die Begegnung mit unbekannten Hunden Es ist für den Boxerwelpen ein besonderes Erlebnis, wenn er die Bekanntschaft mit anderen Hunden macht. Sie sollten die Begegnung nicht verhindern, indem Sie Ihr Boxerkind wegziehen oder auf den Arm nehmen. Ein normal veranlagter Hund gewährt dem Welpen Schutz. Wenn allerdings der andere Hund angeleint ist, sollten Sie Ihren Welpen auch anleinen. In einigen Ortsclubs des IBC wird bei Bedarf "Welpenspielen" angeboten (Sie sollten Ihren Züchter fragen). Wenn möglich, sollten Sie diesen Service nutzen. Es wird Ihrem Boxerkind gefallen. Spielen Wie alle Tierkinder sind auch kleine Boxer zum vielen Spielen aufgelegt. Es ist für sie lebensprägend. Viel Spielzeug wird nicht gebraucht. Es lenkt das natürliche Nagebedürfnis auf erlaubte Objekte ab. Spielen befriedigt den kindlichen Beschäftigungsdrang und entwickelt die Triebe. Zum Glück können sie sich auch gut alleine amüsieren. Ihnen dabei zuzusehen, ist ein Vergnügen. Die meiste Zeit wird mit Kauspielen verbracht, Nagen und Beißen ist ein großes Bedürfnis. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich Büffelknochen.Sehr beliebt sind auch Fangspiele, dazu eignet sich am besten ein fester Ball. Gummispielsachen können sehr gefährlich sein, wenn sie angenagt und Stücke davon verschluckt werden. Auch ein altes Handtuch mit Knoten darin ist ein ausgezeichnetes Spielzeug. Gemeinschaftsspiele sind beliebt und sehr lehrreich. Mit einem schwingenden Sack läuft der menschliche Spielgefährte davon. Die Boxerkinder werden begeistert mitmachen und die Beute verfolgen und fassen wollen. Hat der Kleine sich so richtig herzhaft in den Sack verbissen, halten wir ihm mit dem Hörzeichen "Aus" ein Leckerchen vor die Nase, meistens entscheidet er sich für das Leckerchen.

Grunderziehung

Der Boxer braucht seinen täglichen Auslauf zur guten Entwicklung. Darum sollte der Boxer schon als Welpe an etwas Gehorsam gewöhnt werden. Sie sollten sich einem Ortsclub des Internationalen Boxerclubs anschließen. Sprechen Sie Ihren Züchter darauf an. Dort können Sie unter Anleitung geschulter Ausbilder Ihrem Welpen/Junghund "Grundgehorsam" beibringen. Die Grunderziehung ist bei einem Boxer von 6 Monaten einfacher als bei einem älteren Boxer, der schon Selbstbewusstsein entwickelt hat.

Die Arbeit unter Boxerfreunden wird Ihnen sicher Freude bereiten. Zu keiner Zeit war es so wichtig wie heute, dass große Hunde mit einem hohen Maß an Grundgehorsam ausgestattet sind, da Presse und Medien großen Hunden besonders kritisch gegenüberstehen.

Die Erziehung

Es sind vor allem drei Probleme, mit denen wir uns vom ersten Tag an auseinandersetzen müssen: Stubenreinheit, notwendige Verbote, Aufbau der Anhänglichkeit.

Von Natur ist der Hund sehr sauber. Lässt man den Welpen genügend Auslauf, werden sie bestrebt sein, ihr Nest nicht zu beschmutzen. Nach jedem Schlafen und Fressen sollte dem Welpen die Gelegenheit gegeben werden, sich möglichst auf einem Sand- oder Grasstreifen zu lösen. Besonders morgens sollte der Welpe sofort ins Freie gebracht werden, möglichst an die gleiche Stelle, damit eine schnellere Verknüpfung entsteht. Hat der Welpe über Nacht dichtgehalten und sich draußen gelöst, wird er überschwänglich gelobt.

Folgsamkeit

In den ersten Tagen muss mit dem Aufbau der Anhänglichkeit begonnen werden. Sie ist die Vorbreitung für natürliche, zuverlässige Folgsamkeit. Voraussetzung für einen freundlichen Gehorsam unseres Boxers ist das Vertrauen zu seiner Bezugsperson, das zuerst entwickelt werden muss. Der kleine Boxer bringt den Trieb mit, sich möglichst in der Nähe seiner Bezugsperson aufzuhalten. Damit lässt sich das zuverlässige Folgen aufbauen. Alle Boxerkinder, die ich großgezogen habe, waren bestrebt, in der ersten Zeit in meiner Nähe zu bleiben. Sie liefen von sich aus hinter mir her, ohne dass ich sie gelockt hätte. Und trotzdem ist es gut, das spätere Kommando „Hier“ zu nutzen, damit der Welpe sein Herankommen damit verbinden lernt. Wir rufen ihn und gehen gleichzeitig von ihm fort. Dies ist ein einfaches Mittel, den Winzling zu uns zu locken. Wenn er herangekommen ist, streichelt man ihn, aber bitte nur an der Kehle und der Vorbrust, er wird begeistert sein. So lernt der Winzling von klein an, sich uns anzuschließen und bei uns zu bleiben. In der frühen Entwicklungsphase können wir unseren kleinen Boxer nur mit Locken oder Überlisten dazu bringen, etwas nach unserem Wunsch zu tun. Auf Befehle spricht er einfach noch nicht an. Damit wäre der Winzling einfach überfordert.

Gewöhnung an die Leine

Sobald das Boxerkind hinter uns herläuft, können wir es zuerst an ein leichtes Lederhalsband gewöhnen. Hat es dies akzeptiert, so befestigen wir eine Leine daran und laufen mit ihm mit. Das Laufen an der Leine machen wir dem Kleinen so angenehm wie möglich, indem wir mit ihm sprechen und ihn mit Leckerchen belobigen. Sollte der Boxerwelpe zu stürmisch an der Leine laufen, so bleiben Sie sofort stehen, dann verspürt der Welpe am Hals einen unangenehmen Druck und läuft langsamer. Loben Sie ihn, wenn er richtig reagiert hat. Wiederholen Sie die Aktion, sobald die Leine wieder gespannt ist. Denken Sie daran, aus einem kleinen Boxerwelpen wird ein großer, starker Boxer. Es ist einfacher und viel leichter, einem Welpen etwas beizubringen.

Sorgen mit dem Boxer

Darüber sind sehr viele Bücher geschrieben worden. Einige wichtige Probleme sollen als Vorschläge in der Welpeninfo des Internationalen Boxerclubs angesprochen werden. Jedes Problem hat auch eine Ursache; nur wenn die Ursache des Problems bekannt ist, kann es gelöst werden.

Betteln

Hier ist die Konsequenz der neuen Familie angesagt. Der Welpe ist es gewöhnt, in der Meute zu fressen. Nun wird er versuchen, auch etwas von den Mahlzeiten seiner neuen Familie abzubekommen. Natürlich ist es schwierig, dem lieben Blick des Boxerwelpen etwas zu versagen und standzuhalten. Füttern Sie Ihren Welpen erst einige Minuten nach Beendigung Ihrer Mahlzeiten, er wird es schnell begreifen und das Betteln wird nachlassen.

Bellen

Unnötiges Bellen kann sich als nervtötendes Problem entwickeln, welches manchmal mit intensiver Erziehung abzustellen ist. Sie sollten Ihrem Boxer klarmachen, dass er nicht auf alle Dinge mit lautstarkem Bellen reagieren kann, indem Sie beruhigend auf ihn einreden. Er soll nur dann bellen, wenn jemand vor Ihrer Haustüre steht; er soll auf Ihr Hörzeichen das Bellen einstellen.

Aggressivität

Wenn Ihr Boxer schon als Welpe aggressiv ist, kann es daran liegen, dass er versuchen will, in der neuen Meute (Menschenfamilie) der Rudelführer zu werden, weil er festgestellt hat, dass einige aus der Menschenmeute ängstliches Verhalten zeigen, wenn er „knurrt“ oder ein „Schnapperchen macht“. Hier muß unbedingt durchgegriffen werden, sonst kann es, wenn er erwachsen ist, ein riesiges Problem werden. Sie müssen Ihrem Welpen klar anzeigen, dass Sie der Chef sind, denn er hat schon bei der Mutter gelernt, sich unterzuordnen. Lassen Sie sich nicht die Führungsposition aus der Hand nehmen. Die meisten Welpen sind bereit, sich ihrem Menschen unterzuordnen.

Der Welpe kann sich nur dann zum Problemhund entwickeln, wenn Sie keine Führungsqualität haben.

Sie bestimmen, wann das Spiel zu Ende ist, oder die Wahl des Ruheplatzes. Sie bringen ihm das Futter und dürfen es auch jederzeit wieder wegnehmen. Wenn Ihr Welpe ausflippt, geben Sie ihm ein starkes Hörzeichen "Pfui" oder "Aus". Sollte er diese Ordnungsmaßnahme ignorieren, wirkt ein Klaps mit der "Zeitung" Wunder.

Wie aus einem Welpen ein gesunder Boxer wird und bleibt.

Mit dem Züchter, von dem Sie den Welpen bekommen, soll der Speiseplan abgesprochen werden.

Eine zu schnelle Futterumstellung belastet Magen und Darm des Welpen zu stark; denn Welpen sind für Magen- und Darmbeschwerden sehr anfällig. Wenn es um die Fütterung von Hunden geht, werden Sie viele Meinungen hören, jeder beruft sich auf seine Erfahrungswerte. Auf jeden Fall ist der Hund kein Abfallverwerter. Als Grundnahrung ist folgendes empfehlenswert:

Fleisch, Hundeflocken, Gemüse und Vitamine, z.B. WelpiSal.

Folgende Fleischsorten sind zur Fütterung geeignet:

Rind, Pferd, Geflügel, Wild, Hammel.

Außerdem eignet sich Pansen, Kopffleisch, Herz, Leber.

Verboten ist Schweinefleisch. Es kann das Schweinevirus enthalten, der für den Hund tödlich ist.

Knochen gehören in den Mülleimer. Durch Knochen können Verletzungen im Magen, Darm und in der Speiseröhre entstehen.

Der Rhythmus der Fütterung sollte wie folgt eingehalten werden:

Der noch kleine Magen ist nicht in der Lage, große Futtermengen auf einmal aufzunehmen. Bis zum 3. Monat sollten vier Mahlzeiten innerhalb eines Zeitabstandes von 4-5 Stunden verabreicht werden.

Im Alter von 3-6 Monaten sind täglich drei Fütterungen zu verabreichen. Nach dem 6. Monat zweimal täglich.

Mit einem Jahr kann die Fütterung einmal täglich erfolgen.

Futter- und Wassernäpfe halten Sie stets sauber. Wasser sollte immer angeboten werden.

Hundekuchen können als Zwischenmahlzeit angeboten werden. Leckerchen beim Essen der Familie führen zum Betteln und Sabbern.

Die Pflege des Welpen

Die Pflege des Felles ist unerlässlich, je früher Sie damit beginnen, umso schneller gewöhnt sich der Welpe daran. Mindestens jeden zweiten Tag sollte er gebürstet werden. Für das kurzhaarige Fell nehmen Sie am besten einen Gummihandschuh mit Noppen. Zuerst gegen und dann mit dem Strich bürsten. Mit einem feuchten Lederlappen nehmen Sie Schuppen und Staub weg.

Der Welpe und der junge Boxer sollte nach Möglichkeit nicht gebadet werden. Sollte er einmal sehr schmutzig sein, waschen Sie die stark verschmutzten Stellen mit einem Spezial-Hundeshampoo aus.

Die Ohrpflege

Der Hund verfügt über ein sehr gutes Gehör.

Die Ohren sollten sorgfältig, aber vorsichtig gepflegt werden, sie sind sehr empfindlich. Häufig wehren sich die Kleinen gegen jede Berührung. Durch gutes Zureden werden sie früher oder später die Säuberung des Ohres hinnehmen.

Wasser und Seife dürfen nicht verwendet werden. Ebenso ist Herumbohren mit Q- Tips nicht zu empfehlen. Sie sollten die Ohren regelmäßig mit einem Babyöltuch auswischen.

Kratzt sich der Kleine häufig mit den Pfoten an den Ohren, ist zu befürchten, dass er Ohrenschmerzen hat. Suchen Sie daher besser einen Tierarzt auf.

Eine frühzeitige Behandlung vermeidet, dass Ohrbeschwerden chronisch werden.

Krallenpflege

Ebenso wichtig ist die Krallenpflege. Nur durch das Laufen auf hartem, festem Grund werden die Krallen richtig abgenutzt. Überlange Krallen sind unbequem, verformen auf Dauer die Gelenke und können leicht splittern. Wollen Sie die Krallen selbst pflegen, benutzen Sie eine scharfe, abgerundete Feile. Dies muss aber regelmäßig geschehen, damit die Krallen kurz bleiben. Das Schneiden der Krallen sollten Sie wegen der Verletzungsgefahr dem Tierarzt überlassen.

Die Zahnpflege

Zu wenig Bedeutung wird den Zähnen beigemessen. Durch vorbeugende Pflege und frühzeitige Behandlung lassen sich Probleme wesentlich reduzieren. Die größte Gefahr für das bleibende Gebiss ist der Zahnstein. Übler Mundgeruch, Entzündungen des Zahnfleisches, Zahnfisteln und Wurzelvereiterungen können die Folge sein. Als beste vorbeugende Maßnahme sollten Sie den Boxer frühzeitig an das Zähneputzen gewöhnen, z.B. mit einer Kinderzahnbürste. Die Zahnpasta sollte nicht schäumen. Zu verwenden ist auch Lacalut-Zahnpulver. Mindestens einmal im Jahr sollten die Zähne vom Tierarzt untersucht werden.

Die Augen

Durch seine Belefzung neigt der Boxer zum offenen Auge. Somit hat er öfter mit Bindehautentzündungen zu tun. Anzeichen für Augenbeschwerden sind gerötete oder tränende Augen. In diesem Fall sollten Sie den Tierarzt aufsuchen, eine Behandlung ist unerlässlich.

Zur Gesundheitsvorsorge gehören die Impfungen.

Die Züchter des IBC sind verpflichtet, nur geimpfte Welpen abzugeben. Der Züchter übergibt Ihnen den Impfpass, aus dem hervorgeht, welche Impfungen der Welpe erhalten hat und wann er nachgeimpft werden muss, um einen Vollimpfschutz zu erhalten. Bis vor einigen Jahren reichte es aus, wenn der Welpe folgende Grundimmunisierung erhielt: Gegen Staupe, Leberentzündung und Stuttgarter Hundeseuche. Heute ist das Impfen gegen Parvovirose und Tollwut genauso wichtig. Der einzige Weg, diese Krankheiten zu vermeiden, ist das regelmäßige Impfen bis ins hohe Alter, denn die Ansteckungsgefahr lauert überall. In den ersten Wochen beim Züchter wurde der Welpe entwurmt. Es ist ratsam, den Kot des Hundes in regelmäßigen Abständen von einem Tierarzt untersuchen zu lassen. Der Tierarzt stellt fest, ob der Kot Wurmeier enthält. Er wird das Wurmmittel gezielt einsetzen. Vorsorglich durchgeführte Wurmkuren, ohne zu wissen, um welche Darmparasiten es sich handelt, belasten den Hund unnötig und sind daher meist erfolglos.

Impfplan

Alter: Impfungen gegen:

6 - 8 Wochen

8 - 10 Wochen

10 - 12 Wochen

12 - 14 Wochen Parvovirose, Zwingerhusten

Staupe, HCC, Leptospirose

Parvovirose, Zwingerhusten

Staupe, HCC, Leptospirose, Tollwut

Jährliche Wiederholung: Leptospirose, Parvovirose, Zwingerhusten, Tollwut

Wiederholung alle 2 Jahre: Staupe, HCC

Hüftgelenksdysplasie (HD)

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine vererbte krankhafte Veränderung des Hüftgelenkes.

Die Krankheit muß mit züchterischen Maßnahmen bekämpft werden. Jeder Boxerliebhaber sollte aus Verantwortung für die Rasse (auch dann, wenn er nicht züchten oder Sport betreiben will) seinen Boxer röntgen lassen und die Aufnahme über seinen Zuchtverband auswerten lassen. Mit dem Ahnenpaß wird ein HD-Untersuchungsbogen ausgehändigt.

Die psychische Entwicklung des Welpen

Als gut erforscht kann das Sozialverhalten des Hundes angesehen werden. Die Bücher des Forschers Eberhard Trumler haben zum Verständnis für das Verhalten und das Wesen beigetragen. In der Entwicklung des Welpen unterscheidet Trumler folgende Perioden:

1. - 2. Lebenswoche

3. Lebenswoche

4. - 7. Lebenswoche

8. - 12. Lebenswoche die vegetative Phase

die Übergangsphase

die Prägungsphase

die Sozialisierungsphase

Die ersten 4 Phasen erlebt der Welpe meist noch beim Züchter, sie sind für die Welpen die wichtigsten Entwicklungsphasen. Vegetative Phase (1.-2. Lebenswoche)

Die Welpen befriedigen in der 1. und 2. Lebenswoche nach der Geburt ausschließlich ihr Nahrungs- und Schlafbedürfnis. Die Welpen werden mit geschlossenen Augenlidern und verschlossenen Ohren geboren. In diesem Entwicklungsstadium ist ein Wahrnehmen der Umwelt nicht möglich.

Von der ersten Sekunde an können die Welpen selbständig saugen, aber für die Regelung der Verdauung wird die Massage durch die Mutter benötigt. Wichtig ist für sie in dieser Zeit der Körperkontakt zur Mutter und den Geschwistern. Die Mutter trennt sich in der Phase nur ungern von ihren Welpen. Nur mit sanfter Gewalt lässt sie sich zum Erledigen der "Geschäfte" ins Freie bringen. Übergangsphase (3. Lebenswoche)

In der Übergangsphase erfolgen die Öffnung der Augen und Ohren, sie entwickeln die Riechfähigkeit und nehmen Geräusche wahr, aber erst am Ende der 4. Woche können sie richtig sehen und hören.

Die Welpen nehmen allmählich ihre Umwelt wahr. Sie entwickeln sich jetzt sehr schnell. Der Geruchssinn macht sich jetzt bemerkbar. Sie benötigen noch Wärme und das Gefühl der Geborgenheit. Sie benötigen in dieser Zeit die ersten menschlichen Kontakte, Streicheln und Schmusen empfinden die Welpen als besonders angenehm. Allmählich nehmen die Welpen die Umwelt wahr und entfernen sich aus der Wurfkiste, um die Umwelt zu entdecken.

Die Mutter kümmert sich jetzt weniger um die Welpen.

Prägungsphase (4.-7. Lebenswoche)

Der wichtigste Lebensabschnitt der Welpen, was die Entwicklung des Wesens angeht.

Für ihr späteres Verhalten sind die positiven wie negativen Erfahrungen zur Prägung des Charakters verantwortlich. Die liebste Beschäftigung ist das Spielen und Toben mit den Geschwistern, was oft mit Lautäußerungen wie Bellen oder Knurren begleitet wird. Die Mutter wird auch öfter in die Spiele der Kleinen mit einbezogen. Werden ihr die wilden Spielchen zu viel, kann es vorkommen, dass sie ihre Welpen maßregelt, auch dieses müssen die Welpen lernen. Ganz interessant ist es zu beobachten, dass die Welpen nach einer vielleicht etwas groben Maßregelung durch die Mutter anschließend wieder friedlich vereint in ihrer Wurfkiste liegen.

In dieser wichtigen Prägungsphase ist der Züchter ganz besonders gefordert. Die Welpen müssen Vertrauen zum Menschen aufbauen, dies ist wichtig für die spätere Bindung an die Menschen. Sie dürfen in dieser Zeit keine falsche oder unangenehme Behandlung durch den Menschen erfahren. Die Welpen sollten auf keinen Fall mit kleinen Kindern alleine gelassen werden, da diese meist selbst im Umgang mit Welpenbabys noch sehr ungeschickt sind. Sind die Welpen in dieser wichtigen Phase sich selbst überlassen, sozialisieren sie sich untereinander, aber in ihrem späteren Leben wird ausschließlich der Mensch mit ihm zusammenleben. Der Züchter sollte den Welpen eine erlebnisreiche Umwelt bieten, außer der Züchterfamilie sollte auch der Kontakt zu fremden Personen hergestellt werden. Diese erste Kontaktaufnahme sollte sich auf Streicheln und Kuscheln beschränken, was später ins Spielerische ausgedehnt werden sollte (Ballspiele, Stockwerfen oder kleine Kämpfchen am Lappen). Bei dieser Vorgehensweise kann man sicher sein, kontaktfreudige Boxer aufzuziehen.

Werden in der Prägungsphase gravierende Fehler gemacht, sind sie kaum wieder rückgängig zu machen. Somit hat der Züchter in dieser Zeit eine besondere Verantwortung gegenüber seinen Boxerkindern. Sozialisierungsphase (8.-12. Lebenswoche)

Zu Beginn dieser Phase kommen die Boxerwelpen meist zu ihren neuen Familien und damit in eine neue Umgebung. Sie haben in den vergangenen Wochen viel gelernt, den Umgang mit Artgenossen und Menschen. Sie sind jetzt bereit sich umzustellen; sie suchen geradezu den Kontakt zu einer „eigenen“ Bezugsperson. Es wird meistens zu einer komplikationslosen Umgewöhnung und Eingliederung kommen. Die neue Menschenfamilie kann sich auf das Boxerkind einstellen und es wird sich prima seiner neuen Menschenfamilie anschließen und diese annehmen. Der Schwerpunkt in diesem Entwicklungsstadium liegt auf dem spielerischen Lernen. Das Boxerkind wird schnell lernen; in dieser Phase ist es lernbereit und –willig.

Jetzt werden erste Tabus gesetzt, der Boxerwelpe wird bereit sein, die Autorität anzuerkennen, er sollte allerdings nicht durch falsche Behandlung eingeschüchtert werden.

Von der neuen Familie ist zu erwarten, dass sie den Boxerwelpen vor unangenehmen Einflüssen und Erlebnissen schützt. Noch ein letzter Hinweis!

Verzagen Sie nicht, wenn Ihr kleiner Kerl über alle Hinweise hinweg sich anders entwickelt. Als selbständiges Lebewesen ist kein Boxer wie der andere. Vermeiden Sie, ihn mit der Hand zu strafen, sonst wird es leicht geschehen, dass er sich Ihnen immer entziehen wird. Strafen Sie nur, wenn Sie ihn auf frischer Tat ertappen, damit auch ein direkter Zusammenhang gegeben ist. Grundsatz sollte aber sein:

Loben ist wichtiger als Strafen.